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Wenn Pflanzen uns ihre Kraft schenken

von Olaf Müller
Traube von roten Beeren am Zweig mit hellgrünen Blättern

Bildlegende: Verschiedene Arten der Gattung Schisandra (Spaltkörbchen) werden als Adaptogene genutzt.

In Pflanzen steckt Kraft. Und sie können diese auf den Menschen übertragen. Ein Sonderfall sind die sogenannten Adaptogene: Diese Arzneipflanzen können bei Stress und Depressionen ausgleichend wirken und die Widerstandskraft fördern.

von Lisa Heyl

Adaptogene sind wahre Wundermittel der Natur

Arzneipflanzen, die dem Organismus helfen, sich besser an Stresssituationen anzupassen, werden Adaptogene genannt (vom Lateinischen «adaptare» = anpassen). Adaptogene sind wahre Wundermittel der Natur. Sie wachsen unter extremen Wetter- und Klimabedingungen in arktischen Gegenden wie der sibirischen Taiga, wo sie starker Sonneneinstrahlung und grossen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Auch in Skandinavien, in China und in der Mongolei sind sie beliebte Heilmittel.

Adapto­gene Pflanzen können ihre erstaun­liche Anpas­sungs­fähig­keit an unter­schied­lichste Ein­flüsse auch dem Menschen schenken.

Ihre erstaunliche Anpassungsfähigkeit an unterschiedlichste Einflüsse können diese Pflanzen auch dem Menschen schenken. Sie normalisieren pathologische Zustandsveränderungen durch eine Rückregulation und helfen dem Organismus, mit einer erhöhten physischen und psychischen Belastung im gesunden Rahmen umzugehen. Sie beruhigen bei Stress und regen bei mentaler und physischer Erschöpfung an, ohne aufzuputschen.

Der Rosenwurz – beliebte Anti-Stress-Pflanze

Eine der wichtigsten adaptogenen Pflanzen ist der Rosenwurz (Rhodiola rosea). Rosenwurz-Zubereitungen werden in Ländern der nördlichen Halbkugel seit 3000 Jahren zur geistigen Leistungssteigerung angewendet. Die Pflanze wirkt anregend und wird bei Müdigkeit und Konzentrationsschwäche eingesetzt.

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Der Rosenwurz senkt den Stresshormonspiegel und regt den Energiestoffwechsel an.

Sie verbessert aber auch die innere Widerstandskraft und entspannt in Stresssituationen. So hat sich Rosenwurz in vielen Ländern als «Anti-Stress-Pflanze» etabliert, in Russland und in Skandinavien beispielsweise ist das Dickblattgewächs nicht aus der traditionellen Medizin wegzudenken.

Stress wirkt besonders häufig negativ auf den Schlaf, oft kommen Kopfschmerzen hinzu. Psychische Anzeichen sind Konzentrationsprobleme, Unruhe, Gereiztheit, Angstzustände sowie schlechte Laune. Der Rosenwurz unterstützt Geist und Körper zugleich. Einerseits senkt er den Spiegel von Stresshormonen wie Adrenalin und Kortisol, die sich im Übermass negativ auf unser Herz-Kreislauf-System auswirken. Andererseits regt die Heilpflanze den Energiestoffwechsel an. Zusammengefasst wirkt Rosenwurz angstlösend, antioxidativ, leicht antidepressiv und kardioprotektiv.

Taigawurzel steigert mentale und körperliche Leistung

Oft wird der Rosenwurz zusammen mit der Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) verwendet, um die psychischen Abwehrkräfte zu stärken. Diese Kombination hilft besonders gut, um sich in belastenden Situationen besser zurechtzufinden. Taigawurzel ist das russische Äquivalent zum Ginseng, der aus der chinesischen Medizin nicht wegzudenken ist. Die adaptogene Wirkung basiert auf der Modulation von hormonellen Rezeptoren (Estrogen-, Progesteron-, Glucocorticoid- und Androgen-Rezeptoren), sowie der Reduktion einer überschiessenden Adrenalinausschüttung.

Zur Stärkung von Geist und Körper: Die Taigawurzel.

Bis heute sind folgende Wirkungen belegt: Adaptogen, anabolisch, stressbelastungserhöhend, leistungssteigernd und immunmodulierend, insbesondere bei viralen Infekten. Die Taigawurzel wird hauptsächlich bei Leistungs- und Konzentrationsmangel eingesetzt, zur mentalen und körperlichen Leistungssteigerung bei Klima- und Temperaturveränderungen oder bei sportlichen Aktivitäten.

Der Ginseng hilft bei Müdigkeit und Konzentrationsschwäche

Bis heute sind über 200 Inhaltsstoffe des Ginsengs (Panax ginseng) isoliert und bestimmt, wobei die Ginsenoside als wirksamkeitsbestimmend gelten. Da sich die Wirkung von Ginseng langsam einstellt, wird er kurmässig während drei Monaten eingenommen. Eine erneute Einnahme ist nach zwei bis drei Monaten empfehlenswert. Die Einnahme von Ginseng verbessert die Lern- und Gedächtnisleistung, schützt die Zellmembranen vor freien Radikalen und erhöht die Sauerstoffverwertung und die Durchblutung. Der Ginseng wird oftmals bei chronischer Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, leichter Depression, Burn-out-Gefährdung, Hypotonie und Libidoverlust eingesetzt.

Wann pflanzliche Adaptogene nicht eingenommen werden dürfen

Pflanzliche Adaptogene sollten nur in der ersten Tageshälfte eingenommen werden, da sie sich ansonsten negativ auf den Schlaf auswirken können.

Vorsicht: Produkte aus Rosenwurz sind nicht geeignet für Personen unter 18 Jahren, bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Vor der Einnahme von Rosenwurz empfiehlt sich eine Beratung durch eine Gesundheitsfachperson. Werden daneben andere Medikamente eingenommen, ist die Beratung zwingend, da das Risiko besteht, dass sich der Rosenwurz und andere Präparate gegenseitig negativ beeinflussen.


Quellen und weiter­führende Literatur:

  • Natalia Leutnant: Ginseng, Taigawurzel, Rosenwurz. Adaptogene – Wunderheilpflanzen für die heutige Zeit. AT-Verlag, 2018
  • S. Bäumler, Heilpflanzen Praxis heute: Band Arzneipflanzenporträts. Elsevier GmbH, Urban & Fischer, Münschen, 2012
  • Adaptogene – die Wissenschaft hinter dem Konzept (Aufruf Oktober 2023)
  • Drogistenstern

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Bilder: Allie J ― Pixabay.com / Timin Ilya ― Wikimedia.org / cottonbro studio ― Pexels.com / pikisuperstar ― Pexels.com

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