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Antibiotika-Resistenzen: Das Potential der Komplementärmedizin nutzen

von Redaktion Millefolia
Junge mit Schnupfen

Medienmitteilung – Der übermässige Verschrieb von Antibiotika und die daraus resultierenden antimikrobiellen Resistenzen sind eine der grössten Gefahren für die öffentliche Gesundheit. Komplementärmedizinisch tätige Grundversorger verschreiben nur halb so viele Antibiotika wie konventionell tätige Hausärzte. Das Wissen alternativer Behandlungsmöglichkeiten fehlt in den Richtlinien der Schulmediziner jedoch weitgehend. „Es braucht ein Umdenken der Mediziner und Forschungsmittel des Bundes um das Potential der Komplementärmedizin nutzen zu können“, sagt Edith Graf-Litscher, Präsidentin des Dachverbands Komplementärmedizin und Thurgauer SP Nationalrätin.

Grundversorger verordnen 75 bis 90 Prozent der Antibiotika-Verschreibungen in der Humanmedizin. «Es gibt zahlreiche Hinweise, dass Grundversorger mit einer Weiterbildung in Komplementärmedizin weniger Antibiotika verschreiben als ihre konventionell tätigen Kolleginnen und Kollegen», sagt Dr.med. Gisela Etter, Präsidentin der Union Schweizerischer komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen. Eine aktuelle SASIS-Auswertung, welche der Dachverband Komplementärmedizin in Auftrag gegeben hat, bestätigt diese Aussage. Komplementärmedizinisch tätige Grundversorger verschreiben nur halb so viele Antibiotika wie konventionell tätige Hausärzte.

Anlässlich der «World Antibiotic Awareness Week» informierten Ärztinnen und Ärzte an einem öffentlichen Anlass über alternative Therapiemöglichkeiten zu Antibiotika, sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Um die Gefahr der Antibiotikaresistenzen zu bannen, braucht es neue Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen: bei der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzte, bei der Aufklärung der Patientinnen und Patienten und auch in der Forschung. Dr. med. Lukas Schöb, ärztlicher Leiter der Klinik Arlesheim, bringt es auf den Punkt: «Ein grundsätzliches Umdenken ist nötig». Alternativen zum Antibiotikaeinsatz sind noch zu wenig bekannt und in den Richtlinien zur Antibiotikaverschreibung nicht berücksichtigt. Es existieren verschieden Studien zur Thematik, aber «Therapieansätze aus der Komplementärmedizin müssen weiter erforscht werden», sagt Dr. med. Klaus von Ammon vom Institut für Komplementärmedizin IKOM der Universität Bern.

Vielversprechende alternative Ansätze kommen aus der Natur. Dr. med. Marianne Ruoff erklärt: «Pflanzen wachsen in engem Kontakt mit Pilzen, Viren und Bakterien und entwickeln dynamisch ausgeklügelte Schutzmechanismen. Diese Pflanzenschutzstoffe wirken auch im Menschen antiinfektiös». Die Hausärztin mit anerkannter Weiterbildung in Phytotherapie wendet in ihrer Praxis ver-schiedene pflanzliche Arzneimittel erfolgreich an. In der Tiermedizin hat das Bundesamt für Gesundheit die Komplementärmedizin explizit in die Strategie gegen Antibiotikaresistenzen integriert. Mit dem Projekt Kometian unterstützt der Bund ein Beratungsangebot mit komplementärmedizinischen Heilmethoden für Tieralter.
Dr. med. vet. Andreas Schmidt informiert: «Der Therapie-Leitfaden für Tierärzte wird mit Anleitungen aus der Homöopathie und Phytotherapie ergänzt. Ein entsprechendes Supplement Komplementärmedizin ist bereits in Bearbeitung.» Damit ist die Tiermedizin der Humanmedizin einen Schritt voraus.

Die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Präsidentin des Dachverbands Komplementärmedizin, ist der Meinung, dass das Potential der Komplementärmedizin in der Strategie Antibiotikaresistenzen besser genutzt werden muss. Sie ist überzeugt, dass das Problem der zunehmenden Antibiotikaresistenzen nicht in den bestehenden Strukturen zu lösen ist. Konkret fordert sie vom Bund, die Antibiotikaresistenzen umfassend zu analysieren sowie die Forschung zu alternativen Therapiemöglichkeiten zu finanzieren und aktiv voranzutreiben. Künftig sollen Richtlinien in der Humanmedizin auch Behandlungsalternativen mit Komplementär- und Phytoarzneimittel aufzeigen. Letztlich hat der Bund einen Verfassungsauftrag, die Komplementärmedizin zu berücksichtigen.

Bei Fragen wenden Sie sich an:

Link zu den Präsentationen der Veranstaltung vom 15. November 2018

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