In den aufregenden ersten Tagen nach der Geburt fragen sich viele Eltern, wie sie für das Wohlbefinden und die Entspannung ihres Babys sorgen können. Bei stundenlangem Schreien, Koliken und ersten Zähnchen kann das Neugeborene mit natürlichen Mitteln unterstützt werden.
von Lisa Heyl
Wenn das neugeborene Baby ohne erkennbaren Grund andauernd weint, sind frisch gebackene Eltern oft verzweifelt. Doch es gibt Hilfe: Natürliche Heilmittel werden seit Jahrhunderten verwendet, um Unbehagen zu lindern und Entspannung zu fördern. Auch gewisse Rituale und Routinen können helfen, den Familienalltag zu entlasten und zu beruhigen.
Düfte zur Entspannung
Der Geruchssinn ist auch für Säuglinge mächtig. Lavendel wirkt auf Kinder ebenso entspannend wie auf Erwachsene. Legen Sie Ihrem Baby doch ein mit Lavendelblüten gefülltes Duftsäckchen ins Babybett oder träufeln Sie einige Tropfen hochwertiges Lavendelöl auf ein Taschentuch, das Sie neben das Bettchen hängen.
Wohltuende Massagen und Berührungen
Sanfte Massagen werden in Kulturen auf der ganzen Welt praktiziert, um eine Bindung herzustellen und Babys zu entspannen. Eine Massage Ihres Babys mit natürlichen Ölen wie Jojoba- oder Mandelöl lindert Verspannungen, trägt zu einem besseren Schlaf bei und pflegt nebenbei noch die empfindliche Haut.
Die liebevolle Berührung der Eltern kann bei einem quengeligen Baby wahre Wunder wirken.
Die liebevolle Berührung der Eltern, eventuell gepaart mit einem warmen Fussbad, kann bei einem quengeligen Baby wahre Wunder wirken. Die Komplementärmedizin verfügt über zahlreiche Methoden, die mittels Berührungen nicht nur Stress reduzieren, sondern auch die Selbstheilungskräfte und das Immunsystem stärken – sowohl beim Baby als auch bei den beanspruchten Eltern.
Häufiges Schreien: Das hilft den Eltern
Schreit ein Baby häufig und lange, kann das für die Eltern eine enorme Belastung sein. Sie probieren alles Mögliche, und bei ausbleibendem Erfolg fühlen sie sich hilf- und machtlos. Das kann schwer zu ertragen sein und wütend auf das Baby und die eigene Machtlosigkeit machen.
- Abstand gewinnen: Gehen Sie einen Moment aus dem Zimmer und aus der Situation heraus. Versuchen Sie darauf, Ihrem Kind entspannter entgegenzutreten.
- Reden Sie darüber: Holen Sie sich Hilfe und sprechen Sie mit anderen Eltern darüber. Sie werden merken, dass Ihre Gefühle berechtigt sind und Sie nicht allein dastehen.
- Zeit mit dem Partner nehmen: Besprechen Sie die Situation allein mit dem anderen Elternteil. Versuchen Sie, eine Strategie zu entwickeln, die Sie beide akzeptieren und ausführen können.
- Versuchen Sie, sich zu erholen: Bitten Sie eine enge Bezugsperson, einen Moment auf das Baby aufzupassen. Probieren Sie, auf diesem Weg einen klaren Kopf zu bekommen und Energie zu tanken.
Pucken: Eine uralte Tradition
Pucken ist eine traditionelle Praxis, bei der Babys eng in eine Decke oder ein Tuch gewickelt werden, um das Gefühl im Mutterleib zu imitieren. Diese Technik vermittelt ein Gefühl der Sicherheit und kann ein unruhiges oder weinendes Baby beruhigen. Durch die Einschränkung der Bewegungen des Babys kann das Pucken den Schreckreflex verhindern und zu einem besseren Schlaf beitragen.
Homöopathische Unterstützung
Wenn ein Baby Schmerzen hat, vielleicht ein Zähnchen bekommt und weint, können homöopathische Kügelchen mit Chamomilla helfen. Andere homöopathische Essenzen wie Carbo vegetabilis können bei einem aufgeblähten Bauch und häufigem Aufstossen helfen. Colocynthis wird bei Bauchkrämpfen empfohlen, die in regelmässigen Abständen auftreten, und wenn das Baby die Beine zum Bauch hochzieht.
Wann sollten Sie zum Arzt gehen?
Oftmals lohnt es sich, die Ursache für unruhige und weinende Babys fachlich abklären zu lassen. Auch wenn Ihr Säugling unter hartnäckigen Verstopfungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Fieber leidet, sollten Sie den Kinderarzt kontaktieren. Bei starken Schmerzen jeder Art sollten Sie direkt einen Arzt aufsuchen.
Quellen und weiterführende Literatur:
- Natürlich gesund werden. Die wichtigsten Kinderkrankheiten erkennen und behandeln. Prof. Dr. med. Walther Dorsch; Carina Frey. DK, München, 2021
- Homöopathie für Kinder. Werner Stumpf, GU
- Schweizerischer Drogistenverband
- Chamomilla
- Carbo vegetabilis
- Colocynthis
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