Ein Jahr danach – erste Erfolge und viele Projekte
Der Verfassungsartikel zur Komplementärmedizin wurde vom Volk deutlich angenommen. Die Mühlen mahlen in der Schweiz bekanntlich langsam und es wird noch viel Zeit und Arbeit erfordern, bis die Komplementärmedizin angemessen im schweizerischen Gesundheitswesen berücksichtigt wird.
Ein erster Erfolg
In den letzten Monaten wurde viel Arbeit im Hintergrund geleistet. Damit der Elan aus dem Abstimmungskampf weitergetragen wird, wurde im Sommer 2009 die parlamentarische Gruppe Komplementärmedizin und im Oktober 2009 der Dachverband Komplementärmedizin als Folgeorganisation des Abstimmungskomitees und des «ffg – forum für ganzheitsmedizin» gegründet.
Eine Delegation der parlamentarischen Gruppe Komplementärmedizin hat am 22. Februar 2010 den neuen Gesundheitsminister Didier Burkhalter getroffen und konnte ihm den konkreten Handlungsbedarf auf Stufe Bund aufzeigen. Der neue Bundesrat zeigte sich gegenüber der Komplementärmedizin offener als sein Vorgänger. Konkret zeigt sich dies daran, dass der Bundesrat die Integration der Komplementärmedizin ins Studium von Ärzten, Zahnärzten und Apothekern in die Revision des Medizinalberufegesetzes aufnehmen will. Die Vernehmlassung dazu wird voraussichtlich Ende 2010 stattfinden. Damit wird wohl mittelfristig eines der Kernanliegen des Dachverbandes umgesetzt.
Geplantes auf Ebene der Kantone
Der Dachverband Komplementärmedizin will seine Anliegen auch in den Kantonen stärker vertreten. Er führt deshalb Gespräche mit der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) und der Schweizerischen Rektorenkonferenz (CRUS) zur Schaffung von Lehrstühlen an Universitäten und Fachhochschulen. Rechtlich geprüft wird auch die Einreichung von kantonalen Gesetzesinitiativen zur Schaffung von Lehrstühlen der Komplementärmedizin.
Damit in allen Kantonen eine Praxis- und Berufsausübungsbewilligung für nichtärztliche Therapeuten zum Standard wird, sucht der Dachverband das Gespräch mit den kantonalen Gesundheitsdirektoren. Wir erachten es als eine potenzielle Gesundheitsgefährdung, wenn in einem Drittel aller Kantone alle Personen eine Gesundheitspraxis eröffnen können, ohne dass sie eine entsprechende Ausbildung genossen haben.
Es wird seine Zeit brauchen, bis der Verfassungsartikel umgesetzt ist und der Volkswille erfüllt wird. Der Dachverband arbeitet weiterhin hartnäckig daran, dass Bund und Kantone die Komplementärmedizin im Gesundheitswesen angemessen berücksichtigen.
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