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Covid-Zertifikat für Genesene: «Diese neue Lösung schafft mehr Vertrauen in der Bevölkerung»

von Redaktion Millefolia

Von Fabrice Müller

Interview mit Edith Graf-Litscher

Der Bundesrat hat den Zugang zum Covid-Zertifikat im Inland vereinfacht. Die Nationalrätin und Präsidentin des Dachverbandes Komplementärmedizin Edith Graf-Litscher, hat sich in zwei Interpellationen für eine Gleichbehandlung von Covid-Genesenen und -Geimpften sowie für die Einführung eines Antikörpertests stark gemacht. Im folgenden Interview spricht sie über ihre Überlegungen und Beweggründe.

Neu können seit dem 16. November 2021 Covid-Zertifikate auch für Personen ausgestellt werden, die mit einem Antikörpertest belegen, dass sie genesen sind bzw. über ausreichend Antikörper verfügen. Sind Sie zufrieden?
Edith Graf-Litscher: Ja, ich bin froh, dass der Bundesrat diesen Entscheid gefällt hat. Die teilweise widersprüchlichen Aussagen von Virologen, Epidemiologen, Ärztinnen und Ärzten, Juristinnen und Juristen sowie Politikerinnen und Politikern haben zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung geführt. Die neue Lösung mit dem Immunstatus schafft eine „Beweislast-Umkehr“ und somit mehr Vertrauen in der Bevölkerung.

Sie haben sich in Ihrer Interpellation vom 15. Juni 2021 während der Sommersaison für eine Gleichbehandlung von Covid-Genesenen und -Geimpften ausgesprochen. Was waren Ihre Beweggründe und Argumente für diesen Vorstoss?
Der Bundesrat hatte am 4. Juni 2021 entschieden, dass die Covid-Zertifikate für Geimpfte und Genesene 180 Tage gültig sind. Gleichzeitig stellte er in Aussicht, die Gültigkeitsdauer der Impfzertifikate bei neuen Erkenntnissen zu verlängern. Hier bahnte sich meiner Ansicht nach eine Ungleichbehandlung an.

Weshalb ist es Ihrer Meinung nach überhaupt zu dieser Ungleichbehandlung gekommen?
Die EU anerkennt die serologischen Antikörpertests nicht. Damit die Schweizer Zertifikate auch im Ausland gültig sind und umgekehrt, hat der Bundesrat wohl entschieden, sich der Praxis der EU anzuschliessen.

Die EU anerkennt die serologischen Antikörpertests nicht.

Weiter ging er damals davon aus, dass die Immunität bei Genesenen kontinuierlich abnimmt, bei Geimpften hingegen stabil bleibt. Mittlerweile weiss man, dass die Immunität bei Genesenen ebenso stabil wenn nicht sogar stabiler ist als bei Geimpften.

An seiner Sitzung vom 3. November 2021 hat der Bundesrat beschlossen, das Schweizer Covid-Zertifikat für Genesene auf 12 Monate zu verlängern. Was bedeutet dieser Entscheid für die Betroffenen wie auch für die Schweizer Covid-Strategie?
Ich bin erleichtert, dass der Bundesrat dieses Anliegen aufgenommen hat, nachdem ich im Juni den Anstoss dazu gab und ich im September mit meiner zweiten Interpellation nochmals auf die Dringlichkeit dieser Verlängerung hinwies. Dieser Entscheid ermöglicht nun allen Genesenen einen breiten Zugang zum Covid-Zertifikat.

In Ihrer zweiten Interpellation vom September haben Sie sich zusätzlich für ein Covid-Zertifikat auf Basis des Immunstatus stark gemacht. Welche Überlegungen stecken hinter dieser Forderung nach einem Antikörpertest?
In der Stellungnahme des Bundesrates auf meine Interpellation vom Juni schreibt er explizit, dass sich die Immunität von Genesenen laufend verringere. Hier hat der Bundesrat nun einen Wandel durchgemacht und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse einfliessen lassen. Denn aus epidemiologischer Sicht ist nicht die Frage relevant, ob eine Person geimpft ist, sondern welchen Immunitätsstatus sie aufweist.

Viele Expertinnen und Experten vermuten, dass eine Genesung besser gegen Covid-19 schützt als eine Impfung.

Viele Expertinnen und Experten vermuten, dass eine Genesung besser gegen Covid-19 schützt als eine Impfung. Neu wäre also nicht mehr der Impfstatus nachzuweisen, sondern der Immunitätsstatus. Diese Möglichkeit ist für alle Genesenen, unter anderem auch für die junge Generation, wichtig, denn sie bietet gleichberechtigten Zugang ohne aufwändiges Testen. Es braucht diese zusätzliche Option neben den Impfungen.

Noch im Sommer sprach sich der Bundesrat auch aus technischen Gründen gegen den Nachweis des Immunitätsstatus‘ aus.
Ich habe mich beim Bundesamt für Informatik erkundigt. Dort bestätigte man mir, dass eine Ausweitung des Zertifikats unter Berücksichtigung des Immunstatus technisch problemlos möglich sei.

Der Graben und das Misstrauen zwischen Impfbefürwortern und -gegnern in der Schweiz ist gross. Darunter leidet ja zum Teil auch das Vertrauen in die Behörden und Politik. Wie erleben Sie das als Politikerin?
Ich erhalte täglich Mails und Zuschriften zu dieser Thematik. Darunter kursieren auch Beschimpfungen und Drohungen. Seit meiner Interpellation vom Juni, wo ich mich für eine Gleichbehandlung von Geimpften und Genesenen stark gemacht habe, haben die positiven Rückmeldungen mit Dankesschreiben stark zugenommen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Präsidentin des Dachverbandes Komplementärmedizin, Dakomed, im Zusammenhang mit der Covid-Thematik?
Vom Dachverband aus haben wir uns stets sachlich auf unserer Homepage www.dakomed.ch geäussert. Wir vertreten nach wie vor den Standpunkt, dass die Impfungen freiwillig bleiben müssen. In diesem Sinne hoffe ich als Brückenbauerin zum gegenseitigen Verständnis und Dialog beizutragen; dies ist in der heutigen Zeit besonders zentral.

Zur Person

Edith Graf-Litscher, SP-Nationalrätin aus dem Kanton Thurgau und Präsidentin des Dachverbandes Komplementärmedizin macht sich für eine Gleichbehandlung von Covid-Geimpften und -Genesenen stark.
Mehr zu Edith Graf-Litscher

Bilder: zvg

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