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Globuli verringern Antibiotikaeinsatz auf dem Bauernhof

von Redaktion Millefolia

Von Karin Meier

Mit komplementärmedizinischer Behandlung lässt sich der Antibiotikaverbrauch in der Landwirtschaft senken. Gefragt ist aber auch ein Umdenken auf Systemebene.

Auf Bauernhöfen kommen Antibiotika zum Einsatz, wenn ein Tier an einer bakteriellen Infektion erkrankt. Die Verabreichung von Antibiotika lässt sich deshalb nicht grundsätzlich vermeiden. Mit den richtigen Massnahmen kann der Verbrauch jedoch reduziert werden. Zu diesen gehört eine Stärkung der Tiergesundheit. Denn Tiere mit einem starken Immunsystem müssen seltener mit Antibiotika behandelt werden. Das Gesundheitsmanagement auf dem Bauernhof umfasst zahlreiche Faktoren. Dazu zählen etwa die Beobachtung zur Früherkennung von Krankheiten, die Fütterung sowie die Hygiene und die Bedingungen im Stall.

Gute Resultate bei akuten Erkrankungen

Weiter müssen die richtigen Antibiotika eingesetzt und korrekt verabreicht werden. Dies sollte so oft wie nötig, aber so selten wie möglich geschehen. Hier kommt die Komplementärmedizin zum Zug. «Gerade bei plötzlich auftretenden, akuten Erkrankungen mit Fieber wirken homöopathische Behandlungen gut. So können etwa die weitverbreiteten Euterinfektionen bei Milchkühen rasch behandelt werden», sagt Dr. med. vet. Ariane Maeschli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL. Hier herrscht grosses Potenzial zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes, da die Schweiz im europaweiten Vergleich die meisten Behandlungen verzeichnet.

Gerade bei plötzlich auftretenden, akuten Erkrankungen mit Fieber wirken homöopathische Behandlungen gut.

Ein Grund dafür sind die hohen Anforderungen an die Milchqualität.
Ariane Maeschli ist für die wissenschaftliche Leitung des Projekts Kometian verantwortlich.

Mit homöopathischen Mitteln können etwa die weitverbreiteten Euterinfektionen bei Milchkühen rasch behandelt werden.

Dieses wird im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) des Bundes umgesetzt und bietet Landwirten rund um die Uhr eine telefonische Beratung zur komplementärmedizinischen Behandlung von erkrankten Tieren an. Hinzu kommen komplementärmedizinische Beratungen vor Ort und komplementärmedizinische Begleitungen zum Erhalt bzw. zur Verbesserung der Tiergesundheit. Noch erfolgen die meisten Behandlungen homöopathisch. In Zukunft soll jedoch auch die Phytotherapie vermehrt zum Zug kommen.

Landwirte erkennen Gesundheitsprobleme schneller

Eines der Ziele des Projekts ist es, den Antibiotikaeinsatz auf den beratenen Betrieben innert sechs Jahren um 50 Prozent zu reduzieren. Ob dies gelingen wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Denn die untersuchten Betriebe machen erst seit dreieinhalb bis fünf Jahren bei Kometian mit. Nach ersten Erkenntnissen konnten sie ihren Antibiotikaeinsatz bei Milchkühen in den ersten zwei Jahren im Durchschnitt um ein knappes Drittel senken. Dies sei jedoch nicht der einzige Nutzen, stellt Ariane Maeschli fest: «Die Landwirte führen die homöopathische Therapie meist selbst durch. Dies hat ihre Beobachtungsgabe geschult und ihre Selbstverantwortung gestärkt. Ich habe den Eindruck, dass sie Gesundheitsprobleme bei ihren Nutztieren deshalb schneller erkennen und angehen als vorher.»

Nach ersten Erkenntnissen konnten sie ihren Antibiotikaeinsatz bei Milchkühen in den ersten zwei Jahren im Durchschnitt um ein knappes Drittel senken.

Die Dienstleistungen von Kometian werden von rund 581 Bauernbetrieben genutzt. Dass sich Landwirte für die Komplementärmedizin gewinnen lassen, hat auch finanzielle Gründe, sagt Ariane Maeschli: «Wo dank einer komplementärmedizinischen Behandlung auf Antibiotika verzichtet werden kann, entfallen die sogenannten Absetzfristen.» Diese Fristen bezeichnen die Zeitspanne zwischen der letzten Verabreichung eines Arzneimittels bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Tier als Lebensmittel genutzt werden darf. Absetzfristen fallen besonders bei Milchkühen ins Gewicht.
Um den Antibiotikaverbrauch auf Bauernbetrieben weiter zu senken, braucht es aber nicht nur engagierte Landwirte, sondern auch ein Umdenken auf Systemebene, das teils falsche Anreize setzt.

Fotos: Pixabay


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