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«Back to the roots» – Gelenkschmerz bei Hunden natürlich behandeln

von Redaktion Millefolia

Von Yvonne Thoonsen

Die Phytotherapie kann akute und chronische Schmerzen lindern oder sogar aufheben, Entzündungen hemmen und Muskeln entspannen.

Degenerative Gelenkerkrankungen (Arthrosen, Osteoarthritis) sind definiert als chronische, schmerzhafte Zerstörung des Gelenkknorpels und Entzündung der Innenschicht der Gelenkkapsel, die zur zunehmenden Funktionsbehinderung bis zur völligen Versteifung des Gelenks führen kann. Gelenkschmerzen betreffen in der Regel aber nicht nur das Gelenk selbst, sondern oft auch die das Gelenk umgebenden Strukturen wie Muskulatur, Sehnen/Bänder und Nerven. Wird der Schmerz chronisch, reicht eine Schmerztherapie im klassischen Sinne mit einem Schmerzmittel allein nicht mehr aus. Zur Einleitung einer optimalen Schmerztherapie ist es daher sinnvoll, den akuten vom chronischen Schmerz zu trennen und sich mit dem Schmerzgeschehen vertraut zu machen.

Während sich ein akuter Gelenkschmerz in der Regel unproblematisch auflösen lässt – sofern die eingeleitete Therapie und die Compliance der Tierbesitzer / Tierpatienten optimal ist – gilt dies nicht für chronische Schmerzen.

Chronischer Schmerz

  • dauert länger als erwartet an
  • ist abgekoppelt von seinem auslösenden Ereignis
  • wird zur eigenständigen Erkrankung
  • die Intensität korreliert nicht mehr mit einem auslösenden Reiz
  • er hat seine Warn- und Schutzfunktion verloren
  • stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar
  • erfordert interdisziplinäres Vorgehen
  • Chronische Schmerzen gehen mit morphologischen Veränderungen im ZNS einher
  • Führen zur Veränderung der körpereigenen Schmerzhemmsysteme
    -chronische nozizeptive Aktivität kann zum Verlust des antinozizeptiven Systems führen
    – Schmerzsignale können dadurch ungehemmter weitergeleitet werden und verstärken die Chronifizierung weiter

Die Praxis zeigt, dass akute Schmerzen bei Tieren häufig ignoriert und unzureichend konsequent therapiert werden.

Unwirksame oder unzureichende Akut Schmerzbehandlung kann zu chronischen Zuständen führen. Die Praxis zeigt, dass akute Schmerzen bei Tieren häufig ignoriert und unzureichend konsequent therapiert werden. Inadäquate Akutschmerztherapie führt zur Chronifizierung von Schmerzen und erheblichen Leiden unserer Patienten!

Urtica dioica L., im Rahmen der Therapie rheumatischer Schmerzen wird
das Brennnesselkraut Urtica herba verwendet. Das Kraut wirkt hartreibend,
antiarthrotisch, entzündungshemmend, lindert Schmerz und bessert die
Beweglichkeit. In der TCM vertreibt sie Feuchtigkeit aus der Lunge und dem
Unteren Erwärmer, sie tonisiert mild das Leber-Blut und wirkt Leber-Qi-Stagnation
sowie toxischer Hitze entgegen.

Was können wir mit Arzneipflanzen in Bezug auf Gelenkschmerzen erreichen?

Mit Arzneipflanzen können wir eine Analgesie, eine Entzündungshemmung und eine Muskelrelaxation erreichen. Ausserdem können wir die Nervenregeneration positiv beeinflussen.
Über dies hinaus können wir die Co-Faktoren insbesondere chronischer Schmerzen beeinflussen:

  • z. B. bei älteren Patienten die Herz-/Kreislauffunktion und die Durchblutung fördern. So kann einem Bewegungsmangel und der schlechten Nährstoffversorgung der Gewebe sowie Gewebshypoxie entgegen gewirkt werden.
  • die Stoffwechselleistung des Organismus verbessern, um eine Ablagerung von Stoffwechselschlacken z. B. in Gelenknähe zu verhindern.
  • das Immunsystem regulieren und beruhigen, welches aufgrund von Schmerz und Entzündung v. a. auch bei Arthritis/Arthrose gereizt wird.

Ziel einer jeden Schmerzbehandlung ist die Zurückführung des akut entzündlichen Prozesses auf ein gesundes Mass und damit die Beendigung von Schmerz oder mindestens die Schmerzreduktion. Auf dem Markt stehen diverse Produkte für Tiere zur Nahrungsergänzung und zur lokalen Anwendung zur Verfügung, die unterschiedliche Arzneipflanzen, die bei Gelenk- und Muskelbeschwerden eingesetzt werden, beinhalten.

Auf dem Markt stehen diverse Produkte für Tiere zur Verfügung, die unterschiedliche Arzneipflanzen, die bei Gelenk- und Muskelbeschwerden eingesetzt werden, beinhalten.

Sie sollten, da sie speziell auf Tiere und Tierarten abgestimmt sind, immer vorrangig eingesetzt werden. Findet sich kein den Wünschen entsprechendes Produkt für Tiere, so gibt es eine Reihe humaner Nahrungsmittelergänzungen, die entweder nach bekannter bewährter Dosierung oder aber anhand der ermittelten Dosierung aufgrund des metabolischen KGW angewendet werden können. Den Extraktpräparaten, für die bereits bewährte Dosierungen vorliegen, ist sicherheitshalber immer der Vorzug zu geben.

Hilfsmittel zur Ermittlung der Dosis anhand des Metabolischen Gewichts

Das Metabolische Gewicht ist das Mass, welches den aktiv im Stoffwechsel (= lat. Metabolismus) bestehenden Teil des Tierkörpers beschreibt. Diese MKG wird auch in [kg] angegeben und direkt aus dem Lebendgewicht [LM] abgeleitet.
Als Stoffwechsel oder Metabolismus bezeichnet man die Gesamtheit der chemischen Prozesse in Lebewesen. Dabei wandelt der Organismus chemische Stoffe in Zwischenprodukte (Metaboliten) und Endprodukte um.

Beispielrechnung

Hund 10 kg = metab. Gew. 5,6 = 0,25
Wenn ein Mensch 10 g bekommt, bekäme der 10 kg Hund 2,5 g.

In der TCM wird der Ingwer genutzt das Yang zu tonisieren. Ingwer öffnet die Oberfläche und vertreibt Kälte und Wind-Kälte. Er wirkt der Umkehrung des Magen-Qi entgegen, hilft also gegen Übelkeit und Erbrechen und er wärmt den Mittleren Erwärmer.

Tiere haben einen anderen Stoffwechsel als Menschen. Die erforderliche Dosis kann niedriger oder höher als beim Menschen sein. Daraus folgt, dass die aufgrund des MKG errechneten Dosierungen im besten Fall nur einen ersten Annäherungswert darstellen. Dosierungsanpassungen sind ggf. nach unten oder oben nötig. Tierspezifische Besonderheiten in der Anwendung von Heilpflanzen sind unbedingt zu beachten. So können für Hunde verträgliche Arzneipflanzen und Arzneipflanzendosierungen für Katzen durchaus toxisch sein. Bei Lebensmittelliefernden Tieren sind in jedem Fall die einschlägigen Gesetze und Verordnungen einzuhalten.

Take home

Mit Hilfe der Phytotherapie lassen sich eine Analgesie, eine Entzündungshemmung und eine Muskelrelaxation erreichen. Ausserdem wird die Nervenregeneration positiv beeinflusst. Überdies kann die Herz-/ Kreislauffunktion und die Durchblutung gefördert, die Nährstoffversorgung der Gewebe verbessert, einer Gewebshypoxie entgegengewirkt, die Stoffwechselleistung des Organismus verbessert und das Immunsystem reguliert werden.

Die Phytotherapie stellt v. a. für den chronischen Schmerzpatienten eine nicht zu ersetzende Therapieform dar.

Die Arzneipflanzen können innerlich (orale Verabreichung, Nahrungsergänzungsmittel) und lokal (Einreibungen, Wickel) zur Anwendung kommen.
Die Phytotherapie stellt v. a. für den chronischen Schmerzpatienten eine nicht zu ersetzende Therapieform dar.


Yvonne Thoonsen, Tierärztin
Nach dem Studium begann ich eine Assistenzstelle in einer «normalen» Tierarztpraxis. Immer wieder an Therapiegrenzen
stossend, begann ich mich für die Naturheilkunde zu interessieren und hier speziell für die Phytotherapie. Ich eröffnete meine eigene Praxis, in der Schulmedizin und Naturheilkunde Hand in Hand arbeiten. Referententätigkeit für die ATF (Akademie für tierärztliche Fortbildung), GGTM (Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin), GPT (Gesellschaft für Phytotherapie), SMGP (Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie).

Dieser Artikel wurde vom Berufsverband der Tierheilpraktiker*innen Schweiz BTS aus deren interdisziplinären Fachzeitschrift «usus» zur Verfügung gestellt.

Bitte wenden Sie sich für komplementärmedizinische Behandlungen ihrer Haus- oder Nutztiere an ausgewiesene Fachpersonen der Berufsverbände BTS, HVS, camvet oder an Kometian (nur Nutztiere)

Fotos: Unsplash (Titelbild), zvg Yvonne Thoonsen

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