Startseite Interviews «Letztlich geht es um die Frage, welches Gesundheitswesen wir uns wünschen.»

«Letztlich geht es um die Frage, welches Gesundheitswesen wir uns wünschen.»

von Redaktion Millefolia
Die National- und Ständeratswahlen sind für den Dachverband Komplementärmedizin bedeutend. Walter Stüdeli, Verantwortlicher Politik und Medien von Dakomed, erklärt warum.

Titelbild: Walter Stüdeli im Gespräch mit Ständerat Hans Stöckli (SP BE) und Nationalrat Matthias Aebischer (SP BE), welche der Dakomed zur Wahl empfiehlt.

 

Am 20. Oktober 2019 sind Eidgenössische Wahlen. Was bedeutet dies für den Dachverband Komplementärmedizin Dakomed?

Walter Stüdeli: Der Dachverband Komplementärmedizin setzt sich dafür ein, dass Bund und Kantone die Kernforderungen des Verfassungsartikels 118a Komplementärmedizin umsetzen. Dazu haben wir im Bundesparlament die Parlamentarische Gruppe Komplementärmedizin gegründet. Sie wird präsidiert von Ständerat Joachim Eder (FDP ZG) und Edith Graf-Litscher (SP TG). Sie ist gleichzeitig Präsidentin des Dakomed. Die Gruppe besteht derzeit aus 12 Mitgliedern des Ständerats und aus 32 Mitgliedern des Nationalrats. Die Mitglieder der parlamentarischen Gruppe sind die ersten Ansprechpartner bei konkreten Fragestellungen. Bei ihnen wissen wir, dass sie am Thema interessiert und bereit sind, uns mit konkreten Massnahmen zu unterstützen.

Rund die Hälfte der Mitglieder der parlamentarischen Gruppe aus dem Ständerat tritt zurück. So verzichtet leider auch Joachim Eder auf eine Wiederwahl. Das ist ein grosser Verlust für uns, weil er sich sehr für unsere Anliegen eingesetzt hat. Im Nationalrat gibt es zwar weniger Wechsel, doch es werden nicht alle Ratsmitglieder wiedergewählt.

Wir sind also darauf angewiesen, frühzeitig Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, welche sich für die Komplementärmedizin interessieren.

Aus welchen Gründen stellt Dakomed Wahlempfehlungen zur Verfügung?

Wir möchten eine Orientierungshilfe anbieten bei einem Thema, das viele Menschen beschäftigt, nämlich die Komplementärmedizin. Letztlich geht es um die Frage, welches Gesundheitswesen wir uns wünschen.

Wir arbeiten daran, dass die Komplementärmedizin im Gesundheitswesen die Position erhält, die ihr die Bevölkerung längst gibt.

Wir schlagen Kandidierende zur Wahl vor, welche unsere Kernanliegen unterstützen, so muss z.B. die Frage der Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin und weitere Fragen mit einem Ja beantwortet werden, damit wir die Person zur Wahl empfehlen.

Die Wahlempfehlungen haben drei Vorteile: den Wählenden bieten wir in einem spezifischen Thema eine Orientierungshilfe. Der Dachverband Komplementärmedizin wiederum kann frühzeitig Personen entdecken, die ins Bundesparlament gewählt werden und bereits eine Affinität zu unserem Thema aufweisen.

Viele Kandidierende sind Mitglieder in Kantonsparlamenten. Auch dort müssen wir wissen, wer hinter unseren Anliegen steht. Eine der Fragen, nämlich die Anerkennung der nationalen Diplome der nicht ärztlichen Naturheilkunde und Komplementärtherapie, ist eine Kantonsaufgabe. Mit der Umfrage können wir also potentielle Verbündete entdecken.

Es geht uns um das Miteinander von Schul- und Komplementärmedizin.

Die Kostenexplosion darf nicht dazu führen, dass sanfte, kostengünstige und wirksame Behandlungs-Methoden und Arzneimittel von der Grundversicherung gestrichen werden. Nicht nur für uns, sondern für viele Menschen ist es wichtig, dass das Gesundheitswesen menschlich bleibt und dass die Gesundheitsfachpersonen genügend Zeit mit den Patientinnen und Patienten verbringen können. Wir arbeiten daran, dass die Komplementärmedizin im Gesundheitswesen die Position erhält, die ihr die Bevölkerung längst gibt. Es geht uns um das Miteinander von Schul- und Komplementärmedizin.

Werden Kandidierende aller Parteien zur Wahl empfohlen?

Der Dachverband ist parteipolitisch neutral. Wir benötigen im Parlament Mehrheiten. Es ist in der Schweiz kaum möglich, mit einer einzigen Partei eine Mehrheit zu finden. Es braucht also immer eine breite Abstützung. Uns ist es wichtig, politische Ziele zu erreichen. Da ist es klar, dass wir mit allen Parteien zusammenarbeiten müssen und wollen.

Wir empfehlen also alle Personen zur Wahl, welche fünf von sechs Fragen mit einem Ja beantwortet haben.

Was macht Dakomed mit diesen Empfehlungen?

Wir bewerben unsere Wahlempfehlung auf Facebook mit bezahlten Posts in der Deutschschweiz und der Romandie. Je mehr Personen mit Affinität zur Komplementärmedizin ins Bundesparlament gewählt werden, desto besser ist es für unser Anliegen.

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der zugelassenen pflanzlichen Arzneimittel um 20 Prozent gesunken.

Wir laden nach dem Wahltag alle wieder oder neu gewählten Bundesparlamentarierinnen und- parlamentarier ein, Mitglied der parlamentarischen Gruppe Komplementärmedizin zu werden. Es handelt sich um eine Gruppierung von Ratsmitgliedern aller Parteien, welche sich für die Komplementärmedizin einsetzen wollen.

Und wir werden einzeln und in der Gruppe Gespräche führen, um den Ratsmitgliedern die Aufgaben zu erklären, die in der nächsten Legislatur anstehen. So muss beispielsweise sichergestellt werden, dass traditionelle, langjährig verwendete und in der Schweiz hergestellte Arzneimittel der Komplementärmedizin in der Spezialitätenliste (SL) zu kostendeckenden Preisen abgegolten werden. Ist dies nicht der Fall, so verschwinden weiterhin viele natürliche Arzneimittel vom Markt. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der zugelassenen pflanzlichen Arzneimittel um 20 Prozent gesunken. Damit sinken die Therapiemöglichkeiten, was wir verhindern wollen.

Walter Stüdeli

Walter Stüdeli

Walter Stüdeli ist Geschäftsführer und Mitinhaber von Köhler, Stüdeli & Partner GmbH. Im Dakomed ist er für die Bereiche Politik und Medien verantwortlich. 

Bilder: Simon B. Opladen

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