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Grossbritannien setzt im Kampf gegen Corona auf Vitamin D

von Redaktion Millefolia
Vitamin D bei Corona

Über die Wirkung von Vitamin D wird im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kontrovers diskutiert. Die Regierung von Grossbritannien stellt einem Teil der Bevölkerung kostenlos Vitamin D-Supplemente zur Verfügung. In der Schweiz hingegen verhält man sich zurückhaltend, wenn es darum geht, Empfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel auszusprechen. Was ist der Nutzen von Vitamin D? Der Einblick in aktuelle Studien trägt zur Aufklärung bei.

Seit kurzer Zeit gibt die Regierung Grossbritanniens formelle Empfehlungen zur Prävention und Behandlung mit Vitamin D bei Covid-19 ab. Zum Schutz der Bevölkerung geht der britische Gesundheitsminister nun noch einen Schritt weiter: Er stellt der Risikogruppe (älteren Menschen und solchen mit Vorerkrankungen) während den Wintermonaten kostenlos Vitamin D-Supplemente zur Verfügung. Die Regierung Grossbritanniens ist überzeugt davon, dass Vitamin D massgeblich zur Verbesserung der Immunfunktion beiträgt und im Falle einer Covid-Erkrankung zu einem positiveren Verlauf führt.

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Vitamin D

  • Fettige Fische wie Hering, Lachs, Thunfisch
  • Innereien
  • Eier
  • Morcheln und Steinpilze
  • Avocado

Studie aus Amerika belegt Wirkung von Vitamin D

Die britische Regierung stützt ihre Massnahmen unter anderem auf die Ergebnisse der amerikanischen Studie «SARS-CoV-2 positivity rates associated with circulating 25-hydroxyvitamin D levels». Bei einer Untersuchung mit knapp 200’000 Amerikanerinnen und Amerikaner wurde der Vitamin-D-Spiegel mit positiven Corona-Test-Ergebnissen verglichen. Die Studie zeigt auf, dass mit steigendem Vitamin D-Spiegel das Risiko sinkt, positiv auf Sars-CoV-2 getestet zu werden.

Vitamin D ist in der Lage, positiv auf einen Krankheitsverlauf einzuwirken.

Vitamin D hilft zwar nicht grundsätzlich, sich vor einer Corona-Infektion zu schützen und es ist auch kein Medikament für die Behandlung einer Covid-19 Erkrankung. Es trägt vielmehr zur Regulierung des Immunsystems bei. Vitamin D ist in der Lage, positiv auf einen Krankheitsverlauf einzuwirken. Mit der Bereitstellung von Supplementen möchte die britische Regierung den Vitamin-D-Spiegel, insbesondere der gefährdeten Menschen, erhöhen – im Kampf gegen die Pandemie und für den Schutz der Bevölkerung.

Im Winter herrscht oft Vitamin D-Mangel

Auch in der Schweiz dürfte vorwiegend im Winter bei einem Grossteil der Bevölkerung Vitamin-D-Mangel herrschen. Grundsätzlich sind Vitamine Substanzen, die nicht oder ungenügend im menschlichen Körper hergestellt werden können und somit ganz oder teilweise über die Nahrung aufgenommen werden sollten. Vitamin D stellt jedoch einen Spezialfall dar.

Die Positivitätsrate für Covid-19 kann gemäss einer Studie durch einen Anstieg des Vitamin D-Spiegels gesenkt werden.

Die Positivitätsrate für Covid-19 kann gemäss einer Studie durch den Anstieg des Vitamin D-Spiegels gesenkt werden.

Es kann in der menschlichen Haut gebildet werden, sofern diese der Sonne ausgesetzt wird. Das Vitamin D, welches in der Haut gebildet wird, macht über 80 Prozent der Vitamin-D-Versorgung aus. Die restlichen 20 Prozent werden durch die Nahrung aufgenommen. Viele Menschen in der Schweiz weisen deshalb gerade im Winter einen zu tiefen Wert auf. Während der Corona-Pandemie kann das Einnehmen von Vitamin D-Supplementen deshalb von grosser Relevanz sein. Denn ein Anstieg des Vitamin-D-Spiegels auf 50 ng/ml kann die Positivitätsrate für Covid-19 gemäss der amerikanischen Studie halbieren.

Vitamin D kann Einfluss auf die Sterblichkeitsrate bei Covid-19 haben

Eine weitere Studie mit Vitamin D wurde bei Covid-19 Patienten mit akutem Lungenversagen erstellt. Patienten mit einem schweren Vitamin D-Mangel haben gemäss der Studie Vitamin D deficiency as a predictor of poor prognosis in patients with acute respiratory failure due to COVID-19ein signifikant höheres Sterblichkeitsrisiko als solche, mit einem höheren Vitamin D-Spiegel.

Patienten mit einem schweren Vitamin D-Mangel haben gemäss Studie ein signifikant höheres Sterblichkeitsrisiko.

Weitere Studien über die Prävention und Behandlung von Covid-19 mit Vitamin D werden derzeit durchgeführt. Angesichts der wachsenden Evidenz zu Supplementen, bleiben die vorsorglichen Massnahmen der britischen Regierung kaum ein Einzelfall. Aus uns nicht bekannten Gründen hat die Gesellschaft für Ernährung in der Schweiz hingegen kürzlich eine Empfehlung für die Einnahme von Supplementen und Vitamin D wieder zurückgezogen.

Was gibt es bei der Einnahme von Vitamin D zu beachten?

  • Männern und Frauen ab 60 Jahren sowie Personen mit Risikofaktoren wird empfohlen, Vitamin D-Supplemente in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt einzunehmen.
  • Ein regelmässiger Aufenthalt im Freien ist wichtig, um die hauteigene Vitamin D-Bildung zu unterstützen. Die Sonnenschutzempfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG sind jedoch zu beachten.
  • Eine gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung gemäss der Schweizer Lebensmittelpyramide hilft, Mängel vorzubeugen.
  • Bei der Einnahme von Vitamin D (Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel) sind die korrekte Anwendung und Dosierung zu beachten.
  • Vitamin D-Überdosierung vermeiden: Vitamin D aus verschiedenen Quellen nicht gleichzeitig konsumieren (angereicherte Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, Arzneimittel).

Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

Empfehlungen zu Vitamin D: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV (2017)


Zu den Studien:


Bilder: Pixabay

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3 Kommentare

Gold Elisabeth 22. Dezember 2020 - 16:20

Ja, der Artikel ist hilfreich, vielen Dank

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Dr. Volker Schmiedel 22. Dezember 2020 - 16:19

Entschuldigung!

Druckfehler: Die Briten geben nicht 4000 (das war wohl eine Freudscher Verschreiber) – die wollen 400 IE geben.

Antworten
Max Geiser 22. Dezember 2020 - 15:15

Bravo! Endlich eine Empfehlung von offizieller Stelle, das Immunsystem zu stärken. Dass in GB die Einnahme von Vitamin D ebenfalls offiziell/formell empfohlen wird, ist ebenfalls beachtenswert.

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