Startseite Therapien und Methoden Was tun bei einem Bandscheibenvorfall?

Was tun bei einem Bandscheibenvorfall?

von Olaf Müller
Manual-Therapeutin behandelt auf Therapie-Liege liegende Patientin

von Karin Meier

Ein Band­scheiben­vor­fall kann auf unter­schied­liche Arten behan­delt werden. Mit Felden­krais stellen wir Ihnen eine Komple­men­tär­therapie, mit TCM eine alter­nativ­medizi­nische und mit Osteo­pathie eine manuelle schul­medi­zini­sche Therapie vor.

Ein wichtiger Hinweis

Ein Bandscheibenvorfall bedingt eine ärztliche Diagnose. Je nach Schweregrad können die drei hier vorgestellten Therapien allein oder ergänzend zur schulmedizinischen Betreuung eingesetzt werden. Besprechen Sie dies mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin.

Feldenkrais: Neue Bewe­gungs­muster erler­nen

Felden­krais ist eine Methode, die Men­schen ihre Bewe­gungs­muster bewusst macht und sie dabei unter­stützt, neue Bewe­gungs­mög­lich­keiten zu erfahren. Gemäss dem Schwei­zeri­schen Felden­krais­verband orien­tieren sich die Thera­peut*­innen an der schul­medi­zini­schen Erklä­rung, wonach ein Band­scheiben­vor­fall haupt­säch­lich auf Abnützungs­erschei­nungen zurück­zuführen sei.

Feldenkrais-Therapeut behandelt auf dem Rücken liegende Patientin

In der Felden­krais-Methode erfolgt die Behand­lung eines Band­scheiben­vor­falls zunächst in Einzel­stunden.

Die Feldenkrais-Methode setzt den Fokus jedoch auf die Bewe­gungs- und Haltungs­weise: «Band­scheiben­vor­fälle ergeben sich, wenn man sich über längere Zeit nicht der eigenen Struktur ent­sprechend bewegt hat.»

Felden­krais macht den Men­schen ihre Bewe­gungs­muster bewusst und unter­stützt sie darin, neue Bewe­gungs­möglich­keiten zu erfahren.

Zu Beginn erfolgt die Behand­lung in Einzel­stunden. Die Thera­peutin oder der Thera­peut führt mit der Person zusammen eine auf sie abge­stimmte Abfolge von Bewe­gungen aus oder bewegt sie, wäh­rend die Person selbst passiv bleibt. Dabei wird die betrof­fene Band­scheibe geschont, wodurch sie sich erholen kann und neue Bewe­gungs­muster ent­stehen. In einem weite­ren Schritt können auch Gruppens­tunden sinn­voll sein, in denen das Gelernte gefestigt wird.

Osteopathie: Vieles geschieht «hands-off»

Osteopathin erklärt sitzender Patientin die Therapie

In der osteo­pathi­schen Behand­lung spielt die zwischen­mensch­liche Kommuni­kation eine wichtige Rolle.

«Band­scheiben­abnützungen sind weit­ver­brei­tet. Da sie nicht bei allen Men­schen Prob­leme verur­sachen, müssen wir auch ungün­stige Umgebungs­faktoren wie schlech­ten Schlaf, psychi­sche Belastungen oder Ein­sam­keit als Ursachen betrach­ten», sagt Natascha Meuwly. Sie ist SuisseOsteo-Mitglied und betreibt in Düdingen eine Praxis für Osteo­pathie.

Manuelle Arbeit ist nur ein Teil der Therapie – es geht auch darum, Patien­tinnen und Patienten in ihrem Schmerz­mana­gement zu schulen.

In der osteo­pathischen Behand­lung werden verschie­dene manu­elle Techniken einge­setzt, um Schmerzen zu redu­zieren und die Beweg­lich­keit zu ver­bes­sern. Dazu zählen drai­nie­rende (ablei­tende) Techniken, die auf das umlie­gende Gewebe und die Entzündung einwirken, und Mobi­lisa­tionen zur Anre­gung der loka­len Durch­blutung. Die manuelle Arbeit sei jedoch nur ein Teil der Thera­pie, sagt Natascha Meuwly: «Als Osteo­pathin ist es auch meine Aufgabe, Patient­innen und Patien­ten in ihrem Schmerz­mana­gement zu schulen. Zusam­men erar­bei­ten wir Metho­den, die sie in schwieri­gen Phasen entlasten können.» Obwohl die Osteo­pathie als manuelle Therapie gilt, geschehe deshalb vieles «hands-off».

Traditio­nelle Chine­sische Medizin: Akupunktur und Tuina-Massage

Aus Sicht der Traditio­nellen Chinesi­schen Medizin gäbe es «den» Band­scheiben­vorfall so nicht, sagt die Thera­peutin Olivia Steiner, die im Namen des TCM-Fach­verbands Schweiz Aus­kunft gibt. «Wir über­setzen west­liche in eigene TCM-Diag­nosen.» Aus dieser Sicht macht es einen grossen Unter­schied, ob die Prob­leme akut auf­treten oder chro­nisch sind, wo sich die Schmerzen zeigen, wie sie sich äus­sern und welche Begleit­erschei­nungen mit ihnen verbun­den sind. Die Dia­gnosen können ent­spre­chend unter­schied­lich ausfallen. Am häufig­sten lauten sie auf Qi- und Blut-Stagna­tion durch Fehl­belastung, Nieren-Mangel durch Über­anstren­gung oder das Ein­dringen von Wind, Feuchtig­keit und Kälte.

Aus Sicht der Traditio­nellen Chine­sische Medizin macht es einen grossen Unter­schied, ob die Probleme akut auf­treten oder chro­nisch sind.

auf dem Bauch liegender Patient erhält traditionelle chinesische Tuina-Massage

Ein Patient erhält eine traditio­nelle chinesi­sche Tuina-Massage.

Die auf die Diag­nose abge­stimmte Behand­lung will immer den Menschen als Ganzes stärken. Sie erfolgt haupt­säch­lich durch Aku­punktur und die tradi­tio­nelle chine­sische Massage Tuina. Dabei lockert der Thera­peut oder die Thera­peutin Haut, Musku­latur und Binde­gewebe, mobi­lisiert Gelenke und behan­delt Aku­punktur­punkte und Meridiane. So werden Energie- und Blutfluss harmo­nisiert, Schmerzen, Schwel­lungen und Bewe­gungs­ein­schrän­kungen sowie innere Organe behan­delt und Dis­harmo­nien aufgelöst. Bei einem akuten Band­scheiben­vorfall werden oft zuerst Fern­punkte an Beinen und Händen und danach der Rücken thera­piert.

Mehr Informationen zu den drei Therapieformen

Ausführliche Angaben über die Behandlung von Bandscheibenvorfällen sowie Therapeutinnen und Therapeuten in Ihrer Nähe finden Sie bei diesen Verbänden:

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Ausführliche medizinische Informationen zum Thema «Bandscheibenvorfall» finden Sie auf der Website des Universitätsspitals Zürich.


Was hat Ihnen bei einem Band­scheiben­vorfall geholfen?

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Bilder: Yan Krukau – Pexels.com / Schweize­rischer Felden­krais Verband SFV / Louis Dasselborne / ©Peter Maurer für TCM Fach­verband Schweiz

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